Was versteht man unter Forex-Trading?

Der Handel mit Devisen oder Währungen ist auch als Forex-Trading bekannt, wobei Forex für die englische Bezeichnung Foreign Exchange steht. An diesem Markt nehmen die Zentralbanken selbst teil, aber auch international tätige Unternehmen und Investoren, die in diesen Märkten einen Gewinn erzielen möchten.

Welche Eigenschaften zeichnen die Forex-Märkte aus?

Die Märkte für Devisen sind die größten und liquidesten Märkte der Erde. Sie sind während der Woche rund um die Uhr geöffnet, weil Währungen in allen Zeitzonen gehandelt werden. In mitteleuropäischer Zeit besteht zwischen Sonntag und Freitag jeweils 23 Uhr die Möglichkeit zum Handel. Die Transaktionskosten sind dazu noch minimal und daher stellen die Forex-Märkte eine der besten Realisationen der theoretischen Idee einer Marktwirtschaft dar. Das bedeutet große Chancen, aber auch entsprechende Risiken.

win Bild der Börse in New York ist zu sehen

Was ist Forex-Trading?

Mit einer Investition in Aktien nimmt man am Wirtschaftswachstum teil. Im Gegensatz dazu ist der Erwerb einer Währung gegen Bezahlung in einer anderen ein Nullsummenspiel. Der Gewinn des Käufers ist der Verlust des Verkäufers und umgekehrt.
Beim Forex-Trading besteht die Möglichkeit, mit beträchtlicher Hebelwirkung zu handeln. Der Investor kann also eine Summe in einer Währung erwerben und nur einen Bruchteil davon tatsächlich bei seinem Broker hinterlegen. Damit steigt der mögliche Gewinn, aber genauso der Umfang des möglichen Verlusts. Ändert sich der Kurs in für den Investor unvorteilhafter Weise, ist ein sogenannter Margin Call die Folge. Der ausführende Broker verlangt dann die Erhöhung des hinterlegten Kapitals. Kann der Investor diese Erhöhung nicht aufbringen, wird die Position geschlossen und der Investor erleidet einen Totalverlust.

Wie funktioniert Forex-Trading?

Im Gegensatz zu Aktien werden Devisen hauptsächlich außerbörslich gehandelt. Wie wir noch sehen werden, hat diese Art des Handels auch auf die Strategien von Anlegern wesentlichen Einfluss. Ein hilfreicher Artikel mit Tipps für Anfänger finden Sie hier auf: admiralmarkets.com

Die Gretchenfrage für jeden Investor ist natürlich, welche Faktoren die Kurse auf den Forex-Märkten beeinflussen. Nur eine oberflächliche Überlegung macht schon klar, dass es sehr viele solche Einflüsse gibt.
– Notenbanken. Nachdem die großen Währungen heute alle von Zentralbanken herausgegeben werden, ist die Geldpolitik dieser Notenbanken von wesentlichem Interesse für Händler von Devisen. Dazu gehören die Festsetzung des Leitzinses und alle anderen Entscheidungen, die beispielsweise die Inflationsrate beeinflussen. Eine elementare Beobachtung in diesem Zusammenhang ist, dass eine Währung mit einem höheren Zinssatz eher aufwerten wird, da jeder Besitzer dieser Währung diesen höheren Zinssatz erhält. Nachdem eine Zentralbank von ihrer eigenen Währung beliebig hohe Beträge verfügbar hat, kann sie auch einen Mindestkurs für ihre Währung durchsetzen. Sie bietet einfach jedem Käufer die Währung für diesen Kurs an und niemand wird dann an anderem Ort mehr bezahlen. Eine Obergrenze für die eigene Währung lässt sich so aber nicht durchsetzen.
– Neben der Zentralbankpolitik wird der Kurs einer Währung von praktisch allen wirtschaftlichen Daten des Währungsraums beeinflusst. Dazu gehören die Aktienkurse, Handelsbilanzen, Rohstoffpreise und vieles mehr. Indirekt spielen auch andere Währungsräume eine Rolle, da sie als Konkurrenten für den betreffenden Währungsraum auftreten.
– Nicht zuletzt wirken auch irrationale Effekte auf die Kurse von Währungen. Trends und Befindlichkeiten gehören genauso wie Statistiken zum Ausgangsmaterial für jeden Forex-Trader.

Was sind wichtige Begriffe und Abkürzungen im Forex-Trading?

– PIP. Diese drei Buchstaben stehen für Points in Percentage. Ein Pip bezeichnet ein Hundertstel eines Prozents beim Kurs von Währungen außer dem japanischen Yen. Ein Euro ist in etwa 100 Yen wert und um die Größenordnung beibehalten zu können, steht ein Pip im Fall des Yen für ein Prozent. Sinkt der Kurs eines Euro in Dollar also von 1,2004 auf 1,2001, entspricht das einem Verlust von drei Pips.
– Long und Short. Eine Long-Position bedeutet, dass man die entsprechende Währung gekauft hat und auf einen Anstieg des Kurses setzt. Mit einer Short-Position schuldet man die Währung einer Gegenpartei und hofft auf ein Sinken des Kurses.
– Zwischen dem Kurs für den Kauf und Verkauf einer Währung besteht ein Unterschied, den man als den Spread zwischen dem Geld- und Briefkurs bezeichnet. Je größer das Handelsvolumen zwischen zwei Währungen, umso kleiner ist dieser Spread.
– Wird ein Handel sofort ausgeführt, befindet man sich auf dem Spot-Markt. Mit einem Future erwirbt man einen standardisierten und an der Börse gehandelten Vertrag über die Lieferung der Währung zu einem späteren Zeitpunkt. Ein Forward bedeutet ebenfalls eine Lieferung in der Zukunft, ist aber eine außerbörsliche Vereinbarung und kann ohne Standardisierung individuell abgeschlossen werden.

Wie handelt man Forex gewinnbringend?

Die kurze Antwort lautet, dass man alle verfügbaren Informationen nutzen und sich möglichst tiefgehend mit den bekannten Marktmechanismen beschäftigen sollte. Der Tradingerfolg trifft dann eine Aussage darüber, wie erfolgreich man diese Ziele erreicht hat. Zu den wesentlichen Punkten gehören die Folgenden.
– Fundamentale Analyse. Diese betrifft die Politik der Zentralbank selbst und die wirtschaftliche Lage der betreffenden Währungsräume.
– Technische Analyse. Diese betrachtet typische Kursverläufe und geht von der Annahme aus, dass sich diese wiederholen. Ein Problem mit dieser Analyse der Forex-Märkte ist, dass aufgrund des Fehlens zentraler Handelsplätze viel weniger Informationen über Umsätze als in anderen Märkten verfügbar sind.

Eine Möglichkeit zur teilweisen Bewältigung dieses Problems ist das Verwenden der CoT oder Commitment of Traders Berichte, die wöchentlich erscheinen und die Positionen großer Marktteilnehmer an den Börsen für Futures darstellen. Eine einfache Möglichkeit ist es beispielsweise, einen deutlichen Trend im Engagement in eine bestimmte Richtung festzustellen. Dann sind kaum weitere große Marktteilnehmer verfügbar, um diesen Trend noch weiter zu verstärken, was sich für die eigene Positionierung nutzen lässt.
– Psychologische Analyse. Diese versucht, das Verhalten der Marktteilnehmer einzuschätzen, insbesondere wenn es rational nicht nachvollziehbar ist und zum Beispiel extremer Optimismus oder Panik herrscht.

Praktische Punkte für den Forex-Handel

Die erste wichtige Entscheidung ist die Wahl des Brokers, der das Bindeglied zwischen Investor und Interbankenmarkt darstellt. Der Umfang und die Komplexität des Forex-Handels zeigt sich schon daran, dass diese Wahl um Einiges anspruchsvoller ist als einen Online-Broker für den Handel mit Wertpapierfonds auszusuchen.

Eine wesentliche Frage ist, ob der Broker einen eigenen Dealing Desk besitzt. Solche DD-Broker bieten Kurse für die eigenen Kunden an, die also nur diese und keine Kurse des offenen Markts gestellt bekommen. Solche Broker sind nicht zu empfehlen, weil diese Art der Kursbildung nicht transparent ist und dem Broker erlaubt, durch schlechte Kurse die eigenen Kunden zu benachteiligen. Ein No-Dealing-Desk Broker leitet die Orders seiner Kunden an den Interbankenmarkt für Forex weiter und verdient eine Gebühr dabei. Es ist aber gar nicht so einfach, die DD-Brokers zu erkennen. Dazu müssen eingehendere Untersuchungen angestellt werden wie die finanzielle Aufstellung des Brokers zu überprüfen und sich auf eine möglichst angesehene Regulierungsbehörde zu stützen. Ein weiteres wichtiges Kriterium für die Wahl eines Brokers ist sein Umsatz. Je größer dieser ist, umso eher hat der Broker Zugang zu einer besseren Orderausführung.

Fazit

Nicht umsonst gilt der Forex-Handel als eine der faszinierendsten Tätigkeitsfelder für Händler. Man sollte sich aber dessen bewusst sein, dass man sich dort mit Profitradern in Konkurrenz tritt und dass der eigene Gewinn einem anderen Marktteilnehmer erst abgenommen werden muss. Nur wer den Aufwand für eine sorgfältige Beschäftigung mit der Materie zu leisten bereit ist, sollte sich in dieses Gebiet vorwagen. Mit Disziplin, der richtigen mentalen Disposition und der Verarbeitung der neuesten Informationen hat man dann aber durchaus eine Chance, langfristig zu den Gewinnern beim Forex-Trading zu gehören.

Schreibe einen Kommentar