Deutsche Online Casinos: Wann einigen sich die Bundesländer auf eine gemeinsame Linie?

Seit Jahren wird das Glücksspiel in den Bundesländern diskutiert. Nur Schleswig-Holstein hat für kurze Zeit Glücksspiellizenzen erteilt. Die Betreiber sind dadurch befugt, zum Beispiel ein Online Casino völlig legal in diesem Bundesland bereitzustellen.

All jenes ist aber keine Lösung, denn es bedarf einen neuen Glücksspielstaatsvertrag, worunter auch das Online Casino berücksichtigt wird. Die momentane Gesetzeslage sagt aus, dass Glücksspiel lediglich aus staatlicher Hand erfolgen darf. Das steht aber in Widerspruch mit aktueller TV-Werbung und den zahlreichen Casinos und Anbietern von Sportwetten, die es in der gesamten Bundesrepublik gibt.

Deutsche Online Casinos: Wann einigen sich die Bundesländer auf eine gemeinsame Linie?

So sieht die Gesetzeslage heute aus

Ist Glücksspiel in Deutschland also doch nicht verboten? Die aktuelle Gesetzeslage sagt aus, dass diese Spiele im Bundesgebiet illegal sind, aber geduldet werden. Dies gilt tatsächlich in allen Bundesländern. Bei Online Casinos ist es jedoch etwas komplizierter, denn hieran profitiert der Staat nicht. Bei Sportwetten fällt immerhin eine Wettsteuer in Höhe von fünf Prozent an.

Deutschland hat diese strengen Regeln aufgrund des Spielerschutzes, denn der Staat sieht sich in der Verantwortung, die Bürger vor Verlusten zu bewahren. Alle Bundesländer sind eher gegen diese Spiele — außer Schleswig-Holstein, wie bereits zu Beginn erwähnt. Hier wurden insgesamt zwölf Lizenzen an Anbieter für Online Casinos vergeben.

Diese Lizenzen sind 2019 abgelaufen, jedoch wurden diese vor kurzer Zeit bis Mitte 2021 verlängert. Mit dieser Regelung ist das Bundesland sozusagen Pionier im Bundesgebiet. Alle anderen Bundesländer scheinen nun aber eine andere Lösung gefunden zu haben. Hierzu in einem folgenden Absatz mehr.

Grauzone in der EU: Glücksspiel wird größer

Nach aktuellen Schätzungen werden Online Casinos in Deutschland immer beliebter. Momentan liegen die Schätzungen für die Summe aller Einzahlungen bei circa 14 Milliarden Euro pro Jahr. Dies ist ein Anstieg von etwa 140 Prozent. Ein Grund dafür ist das EU-Recht, denn sonst wäre das hierzulande gar nicht möglich.

Durch das EU-Recht ist es erlaubt, dass vertrauenswürdige und seriöse Anbieter (siehe: attraktive deutsche Anbieter hier gelistet) eine Genehmigung erhalten. Durch Staaten wie Malta oder Gibraltar ist die Beschaffung dieser Genehmigung relativ einfach und somit können diese Betreiber völlig gesetzeskonform ihre Leistungen auch in der Bundesrepublik zur Verfügung stellen.

Neues Gesetz zur deutschen Lizenz für Betreiber?

Nun kommt es scheinbar zu einem neuen Gesetz in Deutschland, allerdings mit strengen Regeln zum Spielerschutz. Die oberste Regel sagt dabei aus, dass das Limit für eine Einzahlung bei 1.000 Euro liegen wird. Damit das Limit nicht überschritten werden kann, soll es eine Sperrdatei geben. Fremd- oder Selbstsperren werden damit erfasst. Die Sperrdatei unterliegt einer Aufsichtsbehörde.

Somit hat die Behörde jederzeit Zugriff auf alle Spieldaten der jeweiligen Betreiber. Die Behörde wird auch Kontrollsichtungen vornehmen. Das ist ein Schutz für die Spieler, denn der Anbieter kann so nicht mehr Spielverläufe manipulieren oder andere Regulierungsvorgaben verletzen. Zugleich sorgt die Behörde dafür, dass diese Tätigkeit auch weiterhin eine Unterhaltung oder ein Hobby bleibt und keine Sucht entsteht.

Einschränkung von Live-Wetten und Werbeverbot

Im Vergleich zur momentanen Rechtslage in Deutschland soll das Angebot von Sportwetten erweitert werden, denn Ereigniswetten werden dem Entwurf des neuen Vertrages erlaubt sein. Aufgrund von Manipulationsgefahren sollen aber Live-Wetten eingeschränkt werden.

Zudem wird es ein Werbeverbot geben, welches zwischen 6 und 23 Uhr gültig sein wird. Dieses Verbot gilt für jede Spielform, außer für Sportwetten, denn diese sind ausdrücklich ausgenommen vom Werbeverbot. Sportwetten werden lediglich bei Live-Spielen nicht mehr erlaubt sein.

Ist eine Regulation des Marktes sinnvoll?

Scheinbar wird ab Mitte 2021 ein neuer Glücksspielstaatsvertrag in Kraft treten. Somit ist der Weg frei zur deutschen Rechtsgrundlage für Online Casinos. Dies würde nun auch die Diskussionen zwischen den Bundesländern beenden und mittels strengen Regeln findet auch eine Suchtprävention statt.

Für den Staat hat das neue Gesetz auf jeden Fall seinen Zweck. Die Steuereinnahmen werden hierdurch deutlich gesteigert. Bis 2023 werden die Bruttospielerträge auf knapp 65 Milliarden Euro ansteigen. Bisher verdient der deutsche Staat noch nicht mit, dies würde sich danach ändern. Bisher werden Steuern und Abgaben nur in Malta oder Gibraltar geleistet.

Doch es gibt auch Widerstand gegen das neue Gesetz. Die Sportwetten-Branche befürchtet durch die neuen Regelungen Verluste in Milliardenhöhe, denn vor allem die Werbeeinblendungen haben während der Spiele für Erträge gesorgt.

Staatliches Lottomonopol ist gefährdet

Warum haben die Bundesländer oder auch die Bundesregierung so lange gebraucht, um überhaupt einen gemeinsamen Nenner zu finden? Tatsächlich liegt es darin, dass das staatliche Lottomonopol gefährdet ist. Dieses Ergebnis stammt aus einem geheimen Gutachten, welches nun veröffentlicht worden ist.

Durch die Legalisierung verschwindet demnach eine Einnahmequelle für die jeweiligen Bundesländer. Der beauftragte Rechtsexperte hat auch einen Vorschlag, wie die Einnahmen wieder gerettet werden können: durch ein neues Monopol.

In dem Gutachten, welches Business Insider vorliegt, heißt es demnach: „Die zahlenmäßig unbegrenzte Öffnung des Internets für Casino- und Automatenspiele stellt die größtmögliche Gefahr für den Fortbestand des Veranstaltungsmonopols für Lotterien dar. Ein risikoreicherer Eingriff ist nicht vorstellbar.“

Warum sind Lotterien unter staatlicher Kontrolle?

Dabei kommt nun auch die Frage auf, weshalb Lotterien unter staatlicher Kontrolle gefallen sind. Zurückzuführen ist dies auf das Jahr 1763, als Friedrich II. innerhalb eines Majestätspatents erklärt hat, dass Betrüger durch ein staatliches Angebot keine Chance mehr hätten. Die Einnahmen sollen dabei dem Gemeinwohl gespendet werden. Heute ist diese Argumentation nicht mehr gängig. In der heutigen Rechtssprechung zählt als Argument der Spielerschutz.

Der Spielerschutz bezieht sich auf die Suchtprävention, hierzu hatte die EU-Kommission im Jahr 2012 von Deutschland gefordert, dass eine Bewertung von Spielautomaten und anderen Spielen erfolgen soll. Die Regierung hatte zugesagt, aber seit nunmehr acht Jahren wartet die Kommission auf die besagte Bewertung.

Lösungsansätze für einen staatlichen Lottoblock

Der beauftragte Gutachter stammt aus der Kanzlei CBH Rechtsanwälte und hat drei Lösungsansätze parat. Der erste Vorschlag bezieht sich darauf, dass das virtuelle Casino, Online-Poker und andere Spielformen oder Spielarten weiterhin verboten werden.

Der zweite Vorschlag beschäftigt sich mit staatlichen Gesellschaften, wodurch virtuelle Spiele sozusagen vom Staat realisiert werden. Die Nachfrage könnte so erschwert werden und zugleich wird ein „Wettbewerb um immer attraktivere Angebots- und Spielformen“ verhindert. Ein Bonus oder Freispiele sind nämlich ein beliebtes Marketinginstrument.

Die dritte Option wäre, dass Online-Poker unter staatlicher Kontrolle fällt und ein „Großes Spiel“ sowohl physisch oder virtuell ebenfalls durch staatliche Kontrolle stattfindet. Virtuelle Spielautomaten werden dabei für andere Anbieter erlaubt, jedoch unter Voraussetzungen.

Die letzte Option scheint den Ländern zu gefallen, denn scheinbar kommt es tatsächlich zu einer Teilverstaatlichung von bestimmten Spielen im Online Casino. Somit kann das Lotto-Monopol des Staates noch gerettet werden.

Wie funktionieren Casinos im Internet?

Ein Casino mit einer deutschen Lizenz gibt es durchaus, allerdings ist das Angebot zum aktuellen Stand nur in Schleswig-Holstein legal. Doch wie würde das Spielen an einem virtuellen Spielautomaten aussehen, wenn es in Deutschland eine solche rechtliche Grundlage geben würde?

Aufgrund der Sperrdatei müsste sich wohl jeder Spieler sofort verifizieren, dies wäre mittels dem neuen Online-Ausweis auch relativ schnell möglich. Bei einem Online Casino, welches durch ein EU-Land lizenziert wurde, ist es so, dass diese Verifizierung erst anfällt, wenn eine Auszahlung getätigt wird. Bei einer Einzahlung wird in der Regel keine Verifizierung vorausgesetzt.

Der Betreiber dieser Casinos steht sogar in der Pflicht, die Identität des Spielers zu erfahren, damit Geldwäsche vorgebeugt werden kann. Die Identität wird bisher mit dem Führerschein, Reisepass oder mit einer Kopie des Personalausweises durchgeführt. Diese wird per E-Mail an eine Support-Adresse versendet. Vorsicht: Das kann auch sehr gefährlich werden! Genutzt werden sollten lediglich seriöse und vertrauenswürdige Betreiber.

Die Funktionalität durch Software

Damit die Spielautomaten oder Live-Spiele funktionieren, läuft im Hintergrund eine ganze Reihe an Software. Diese Software wird von Entwickler-Studios fertiggestellt und der Vertrieb wird entsprechend übernommen. Dafür zahlen die Betreiber in der Regel einen bestimmten Prozentsatz des Umsatzes pro Monat oder Jahr.

Ob der Spieler einen Gewinn oder Verlust erhält, wird durch Algorithmen festgestellt. Die Entwickler arbeiten dafür an einem Random number generator (RNG) — also einem Zufallsgenerator. Seit wenigen Jahren gibt es außerdem für neue Spieler einen Bonus, dies dient dem Zweck, damit zum Beispiel eigene Spiele ausprobiert werden. Ein Bonus hat aber auch den Zweck, überhaupt neue Spieler zu gewinnen.

Die ersten virtuellen Casinos

Diesen Fakt wissen tatsächlich nicht viele Personen, aber das erste Online Casino gab es bereits 1996. Microgaming war dabei der erste Softwarehersteller, dessen Erfolg bereits nach kurzer Zeit abzusehen war. Die Entwickler hatten sich auf die Software spezialisiert, jedoch hatten sie keine Möglichkeit, die Transaktionen der Spieler unter größer Sicherheitsmaßnahmen entgegenzunehmen.

Hieraus hatte sich ein Jahr nach Gründung von Microgaming die Firma Cryptologic entwickelt, Sie setzten eine Anwendung um, welche für virtuelle Transaktionen vorgesehen war. Seither wurde die Branche stets weiterentwickelt und ist heutzutage ein Milliardengeschäft.

Durch die Auszeichnungssprache HTML5 gab es dann auch noch die Möglichkeit, das Online Casino auf einem Smartphone und Tablet anzubieten. Bisher wurde dafür Flash verwendet, aber dies unterstützte Apple generell nicht, weil es Sicherheitslücken aufwies und die Performance mangelhaft war.

Jetzt gibt es jedenfalls in jeder Casino-Software entsprechend auch eine Web-Version, die sich selbst mit den kleinsten Smartphones steuern lässt. Smartphone-Spieler sind generell bei den Betreibern beliebt, hier gibt es nicht selten einen Extra-Bonus. Hierdurch resultierten erneut Umsatzsprünge in Milliardenhöhe.

Dies ist womöglich auch ein Grund, weshalb Spielautomaten und Co. längst nicht mehr verpönt werden, sondern in der Gesellschaft voll akzeptiert werden. Durch das neue Gesetz könnte nun ein Durchbruch geschafft werden. Ob dieses Angebot letztendlich auch genutzt wird, entscheiden aber noch die Spieler.

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