Was man über Feuerlöscher wissen sollte !

Im Brandfall zählt jede Sekunde. Bevor die Rettungskräfte eintreffen, kann wertvolle Zeit verstreichen. Ein Feuerlöscher im eigenen Zuhause kann dabei helfen, bei Bränden schnell eingreifen zu können und größere Schäden zu verhindern. Dies setzt einiges an Sachkenntnis voraus. Es sollten die passenden Feuerlöscher eingesetzt werden und jeder Mieter sollte sich mit der Bedienung der Geräte auskennen.

Wer muss einen Feuerlöscher besitzen – welche Regelungen gelten?

Ein Rauchmelder sollte zum Standard in jedem Haushalt in Deutschland gehören. Der Gesetzgeber schreibt eine entsprechende Pflicht in allen Bundesländern, ausgenommen Berlin, vor. Eine Pflicht für den Besitz von Feuerlöschern in Privathaushalten besteht dagegen nicht. Auch für die Wartung vorhandener Geräte gibt es keine entsprechenden Auflagen.

Die Feuerwehr empfiehlt Privathaushalten dringend, Feuerlöscher anzuschaffen. Bis die Feuerwehr den Brandort erreicht, vergehen im Schnitt acht bis 15 Minuten. Greift das Feuer schnell um sich, kann im Schadensfall ein Feuerlöscher Leib und Leben retten.

In Arbeitsstätten sind Feuerlöscher Pflicht und gesetzlich vorgeschrieben. Für die Arbeit im Home-Office ist der Arbeitgeber nicht verpflichtet, Feuerlöscher auszuhändigen. Sollte eine Bereitstellung der Feuerlöscher erfolgen, ist der Arbeitgeber gleichzeitig verpflichtet, die Wartung entsprechend der gesetzlichen Bestimmungen vorzunehmen.

Was man über Feuerlöscher wissen sollte !
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Welcher Feuerlöscher ist der Richtige?

Feuerlöscher ist nicht gleich Feuerlöscher. Die Wahl richtet sich nach der Art des in Brand geratenen Materials.

Einen Hinweis auf die Eignung des Feuerlöschers gibt die Brandklasse.

Brandklasse Eignung des Feuerlöschers
A Holz

Textilien

Kohle

Papier

feste und glutbildende Stoffe

B Öl

Alkohol

Benzin

Paraffin

flüssige und flüssig werdende Stoffe

C Erdgas

Propan

gasförmige und unter Druck stehende Stoffe

D Aluminium

Magnesium

alle Metalle

E Löschung von Fettbränden

Welche Feuerlöscher eignen sich wofür?

Anhand der genannten Brandklassen können die Feuerlöscher-Typen eingeteilt werden.

Schaum-Feuerlöscher

Schaum-Feuerlöscher werden für Privathaushalte empfohlen. Das Löschen von Bränden hinterlässt kaum sichtbare Spuren, da sich der Schaum leicht entfernen lässt. Schaum-Feuerlöscher eignen sich für die Brandklassen A und B.

Tipp: Für einen 2-4-Personen-Haushalt wird ein Schaum-Feuerlöscher mit vier bis neun Litern Volumen empfohlen.

Pulver-Feuerlöscher

Pulver-Feuerlöscher können günstig angeschafft werden. Der Wartungsaufwand der Geräte ist allerdings weit höher als beim Schaum-Feuerlöscher der Fall. Weiterhin hinterlässt ein Pulver-Feuerlöscher Verschmutzungen, die sich nur schwer entfernen lassen. Besteht dauerhafter Kontakt mit Feuchtigkeit, können Korrosionsschäden auftreten.

Pulver-Feuerlöscher lassen sich bei den Brandklassen A, B, und C anwenden.

Wasser-Feuerlöscher

Das Löschen mit Wasser führt zu geringer Verschmutzung. Allerdings ist die Löschkraft allgemein eingeschränkt. Die Verwendung kann lediglich für die Brandklasse A empfohlen werden.

Kohlendioxid-Feuerlöscher

Durch die Anwendung von Kohlendioxid-Feuerlöschern wird dem Brandherd der Sauerstoff entzogen. Damit können Brände behoben werden, ohne dass der Feuerlöscher irgendwelche Rückstände hinterlässt.

Der Nachteil: Dieses Modell ist nur für die Brandklasse B ausgelegt.

Fettbrandlöscher

In Küchen, in denen oft und gern gewerkelt wird, ist ein Fettbrandlöscher unersetzlich. Gerät Frittierfett in Brand, darf nicht mit Wasser gelöscht werden. Fettbrandlöscher können für die Brandklassen A, B und F Verwendung finden.

Wer übernimmt die Wartung von Feuerlöschern?

Die Wartung eines Feuerlöschers umfasst mehrere Arbeitsschritte:

  • Feuerlöscher äußerlich begutachten
  • Lack, Beschriftung und Sauberkeit werden überprüft
  • Druck des Gerätes überprüfen
  • Löschpistole und Druckschlauch überprüfen
  • Löschbehälter öffnen
  • Löschmittel entnehmen
  • Innenseite des Behälters kontrollieren
  • Gewicht der Treibgaspatrone überprüfen
  • Dichtung wechseln, sofern dies notwendig ist
  • Löschmittel filtern und wieder einfüllen
  • Prüfung durch Prüfplakette kenntlich machen

Feuerlöscher müssen von fachkundigen Personen überprüft werden. Für jeden Feuerlöscher muss eine Zeitspanne zwischen 15 und 30 Minuten eingeplant werden.

Die Kosten der Wartung setzen sich wie folgt zusammen:

  • Anfahrtskosten
  • Arbeitsaufwand
  • Kosten für zu ersetzende Teile

Für die Wartung von Feuerlöschern ist mit Kosten zwischen 20 und 50 Euro pro Gerät zu rechnen.

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In Betrieben sind die Arbeitgeber für die Wartung der Geräte verantwortlich. Wenn sich in einer Betriebsstätte mehrere Feuerlöscher befinden, können die Kosten für die Wartung in Summe günstiger ausfallen.

Der Vermieter ist für den Brandschutz und mögliche Feuerlöscher im Gebäude zuständig. Dies trifft auf den Neukauf, die Miete oder die Wartung der Geräte zu. Die Wartungskosten können Vermieter auf die Mieter umlegen.

Was ist bei der Anschaffung von Feuerlöschern zu beachten?

Beim Kauf von Feuerlöschern sollte nichts dem Zufall überlassen werden. Die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Geräte besitzen Priorität. Daher sollten nur geprüfte Feuerlöscher angeschafft werden. Diese sind an der DIN EN 3 zu erkennen. Ältere Geräte tragen vermutlich noch die veraltete DIN 14406.

Feuerlöscher für den Hausgebrauch sollten über eine ausreichende Menge an Löschmittel verfügen und dürfen dabei nicht zu viel an Gewicht mitbringen. Während ein zwei Kilogramm leichtes Gerät nur über wenig Löschwirkung verfügt, lässt sich ein zwölf Kilogramm schwerer Feuerlöscher im Hausgebrauch kaum effizient nutzen. Daher sollte ein guter Mittelweg gefunden werden. Ein sechs Kilogramm schwerer Feuerlöscher dürfte die Fläche einer durchschnittlich großen Mietwohnung abdecken. Die Löschdauer beträgt 15 bis 20 Sekunden.

Wie werden Feuerlöscher bedient?

Wer einen Feuerlöscher kauft, sollte über die Bedienung der Geräte Bescheid wissen. Wird der Gebrauch von Feuerlöschern rechtzeitig verinnerlicht, muss im Ernstfall nicht zur Betriebsanleitung gegriffen werden.

Die Bedienung von Feuerlöschern – Schritt für Schritt

  • Sicherung entfernen
  • Griff oder Bedienknopf drücken
  • Löschstrahl auf den Brandherd fixieren

Tipp: Wer im Freien löscht, sollte sich dem Brandherd immer mit dem Wind nähern.

Im Ernstfall gilt es, Ruhe zu bewahren. Der schnelle Zugriff ist besonders wichtig. Daher sollte ein Feuerlöscher möglichst an einem zentralen Ort aufbewahrt werden. Im Idealfall findet sich auf jeder Etage des Hauses ein Löschgerät. Eine Alternative: Die Küche ist mit einem Fettbrandlöscher ausgestattet und im Flur wird ein Schaum-Feuerlöscher für den schnellen Zugriff auf alle Räumlichkeiten deponiert.

Feuerlöscher kaufen oder mieten?

Feuerlöscher werden beinahe flächendeckend angeboten. In Supermärkten und Baumärkten können die Geräte persönlich in Augenschein genommen werden. Der Online-Handel bietet eine bestmögliche Auswahl und ermöglicht mithilfe von Kundenmeinungen und Vergleichen eine transparente Kaufentscheidung.

Wer einen Feuerlöscher kauft, ist auch für dessen Wartung eigenständig verantwortlich. Alle zwei Jahre steht die Wartung an. Fachpersonal muss beauftragt werden und Kosten fallen an.

Wer sich diesen Aufwand sparen und zugleich auch Verantwortung abgeben möchte, entscheidet sich dafür, Feuerlöscher zu mieten. Die passenden Feuerlöscher können ausgewählt und bequem ins Haus geliefert werden. Für Firmen gibt es häufig günstige Paket-Preise.

Bei der Wartung gibt es Unterschiede. Meist ist die Überprüfung der Mietgeräte im Service inkludiert. Einige Unternehmen schicken nach den verstrichenen zwei Jahren automatisch gewartete Feuerlöscher zu.

 

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