Sicher mit dem Fahrrad durch die Stadt

Immer wieder ist zu hören, dass das Fahrradfahren durch die Stadt sehr gefährlich sein kann. Diese Meinung teilt der ADFC allerdings nicht. Es ist nicht gefährlicher, als mit dem Auto zu fahren oder zu Fuß unterwegs zu sein. Dennoch ist es wichtig, auf die eigene Sicherheit zu achten und auch dafür zu sorgen, dass das Fahrrad verkehrssicher ist. Worauf dabei geachtet werden muss, wird in diesem Artikel erklärt.

Falls Einkäufe mit dem Fahrrad transportiert werden, sind dafür ein Rucksack, Fahrradtaschen oder ein Korb erforderlich, der fest mit dem Drahtesel verbunden wird. Keinesfalls sollten die Tüten und Taschen am Lenker angehängt werden, da sie sich zwangsläufig pendelnd bewegen würden und für eine instabile Fahrweise verantwortlich sein können. Häufig kommt es vor, dass sich die baumelnden Taschen im Laufrad oder in der Gabel verfangen und Stürze nach sich ziehen. Autofahrer sehen Radfahrer am rechten Straßenrand von hinten als eine Art Strich. Er kann breiter werden, wenn am Gepäckträger Fahrradtaschen befestigt werden. Falls nur eine Tasche genutzt wird, ist es besser, wenn sie auf der linken Seite befestigt wird, da sie dort besser wahrnehmbar ist.

Auf was muss man als Fahrradfahrer achten?

In Deutschland ist das Rechtsfahrgebot gültig. Doch was genau bedeutet das und wie weit darf sich der Radfahrer vom rechten Straßenrand entfernen? Diese Frage wird individuell abhängig von den Gegebenheiten vor Ort beantwortet. Es kommt auf die Witterung, Verkehrslage, Fahrbahnbeschaffenheit, die Geschwindigkeit des Kraftverkehrs und das eigene Tempo an. Die Rechtssprechung besagt, dass ein Abstand von 80 Zentimetern zum Straßenrand ausreicht. Doch hohe Bordsteinkanten, äußere Bedingungen, Gullydeckel, Hindernisse und schlechter Straßenbelag können den Abstand schnell vergrößern.

Wird der Mindestsicherheitsabstand von 1,50 Metern von einem überholenden Fahrer eingehalten, liegt er sogar bei zwei Metern. Der Abstand von Radfahrern beträgt dann mindestens 2,30 Meter. Hinzu kommt seine eigene Breite, die bei angenommenen 80 Zentimetern liegt. Das macht also unter dem Strich 2,30 Meter, da die Fahrbahnbreite bei 3,50 Meter liegt, bleiben dem Kraftverkehr lediglich 1,20 Meter. Das Überholen durch Kraftfahrzeuge ist ohne das Befahren der Gegenfahrbahn nicht möglich. Dennoch fahren viele Autofahrer viel zu dicht neben Fahrradfahrern vorbei.

Das führt zu weiterem Fehlverhalten. Fahrradfahrer durchfahren dann Lücken zwischen den parkenden Autos, damit sie dem Verkehr für eine kurze Zeit nicht mehr zu nah kommen. Doch vor dem kommenden geparkten Auto gibt es dann wieder neue Probleme, weil sie sich wieder in den Verkehr einordnen müssen. Es ist problematisch, jede Lücke von parkenden Fahrzeugen zu nutzen. Daher sollte die eigene Fahrlinie eingehalten werden, um permanent von den Autofahrern gesehen zu werden. Das Ausweichen zum rechten Straßenrand hat zur Folge, dass der Verkehr näher und schneller vorbeifährt als zuvor. Die Autofahrer halten freiwillig nicht mehr Abstand, wenn Radfahrer den Platz selbst machen. Deshalb sollten sie dafür sorgen, den Platz für Pkw einzugrenzen. Dann sind sie nämlich gezwungen, vorsichtiger und langsamer an Radfahrern vorbeizufahren.

Beim Vorbeifahren von parkenden Autos muss ebenfalls ein Mindestabstand von einem Meter eingehalten werden. Es kommt häufig vor, dass Türen geöffnet werden, denen der Radfahrer nicht mehr ausweichen kann. Das kann zu schlimmen Verletzungen führen. Zudem können Fahrrad und Fahrzeug beschädigt werden. Das Gericht gibt auch dem Radfahrer eine Mitschuld, wenn er den Sicherheitsabstand nicht eingehalten hat. Steht der Verkehr still oder bewegt sich nur langsam, ist es nicht mehr notwendig, derart große Abstände einzuhalten. Dann dürfen sie verringert werden. Trotzdem sollte der Radfahrer vorsichtig fahren und immer bremsbereit sein. Auch dann kann es vorkommen, dass sich plötzlich Fahrzeugtüren öffnen. Vorsichtig sollten Radfahrer vor allem dann sein, wenn vor Kreuzungen Lkw warten. Er sollte in diesem Fall nicht einfach vorbeifahren. Der Lkw-Fahrer hat keine Chance, ihn in den Spiegeln zu sehen. Daher ist Warten die bessere Alternative. Erst wenn der Lkw weg ist, sollte er die Kreuzung überqueren.

Sicheres Radfahren in der Stadt:

– in Deutschland herrscht Rechtsfahrgebot
– Mindestabstand von 80 Zentimetern einhalten
– Straßenverhältnisse sorgen oft für die Vergrößerung des Abstandes
– selber für mehr Platz sorgen
– immer aufmerksam und bremsbereit sein

Was für Sicherheitsmaßnahmen kann man selber treffen?

Das Fahrrad muss verkehrssicher sein. Auch die Ausrüstung und das eigene Fahrverhalten sollten zur Sicherheit beitragen. Es ist eher unwichtig, ob ein Radweg vorhanden ist. Sie erscheinen zwar sicher, doch das kann oft täuschen. Die Bremsen und Beleuchtung sollten funktionsfähig sein. Doch es ist noch mehr möglich, um für genügend Sicherheit zu sorgen. Es gibt Rücklichter mit Standlichtfunktion und Halogenscheinwerfer, die das Sicherheitsmaß deutlich erhöhen, wenn der Radfahrer bei Dämmerung und Dunkelheit fährt.

Außerdem ist es wichtig, dass der Radfahrer sieht und gesehen wird. Daher sollte er seine Kleidung darauf abstimmen. Leuchtend gelbe und rote Farben sind eine gute Wahl. Ist der Radfahrer bei Dämmerung und Dunkelheit unterwegs, sollte er reflektierende Kleidung tragen. Es werden zu diesem Zweck reflektierende Schärpen und Bänder angeboten. Ein Helm reduziert die Gefahr, sich schwere Kopfverletzungen zuzufügen.

Der Radfahrer sollte sich mit seinem Fahrrad bestens vertraut machen. Er sollte das Bremsen bei allen möglichen Straßenbelägen, Geschwindigkeiten und Witterungsverhältnissen üben. Die Wirkung von beiden Bremshebeln ist unterschiedlich, je nachdem, ob sie fest oder leicht angezogen werden. Während das Hinterrad blockieren darf, ist das beim Vorderrad fatal. Falls es blockiert, kann das Rad nicht mehr gelenkt werden, der Fahrer fällt über den Lenker herunter. Daher sollte er das Verhalten des Rades bei verschiedenen Bremsversuchen beobachten. Nur wenn er sein Fahrrad immer beherrscht, kann er sich im Straßenverkehr sicher bewegen.

Was für Hilfsmittel gibt es?

Der Fahrradhelm muss immer wie angegossen passen. Ist er zu groß, kann das unschöne Folgen nach sich ziehen. Er muss fest und gerade sitzen und darf nicht wackeln. Nur auf diese Weise schützt er optimal. Damit die Größe ermittelt werden kann, wird der Kopfumfang des Fahrers in Zentimeter gemessen. Das klappt mit einem Maßband am besten. Begonnen wird am Hinterkopf bis zur Stirn.

Es kann vorkommen, dass die Hautfalte beim Verschließen schmerzhaft eingeklemmt wird. Daher sollte der Helm mit einem Klemmschutz am Riemen ausgestattet sein, der Verschluss sollte sicher einrasten. Zudem sollte das Ohr nicht durch den Riemen beeinträchtigt werden. Im besten Fall liegt es frei.

Am Helm sollten sich aus genügend Luftschlitze befinden. Speziell bei hohen Temperaturen kann sich die mangelnde Luftzufuhr durch den Helm negativ auswirken. Dann wird er abgesetzt, der Kopf des Radfahrers aber nicht mehr ausreichend geschützt. Vor den Schlitzen sollte sich ein Schutznetz befinden, welches das Eindringen von Insekten verhindert.

Welche Hilfsmittel noch erforderlich sind:

– Rad-, Regen- und Reflexkleidung
– Beleuchtung und Signalgeber
– Gepäckträger und Fahrradtaschen
– Werkzeug und Ersatzteile
– sicheres Fahrradschloss

Fazit

Wer als Radfahrer alle Tipps in diesem Ratgeber befolgt, wird sich stets sicher im Straßenverkehr und auf Fahrradtouren fortbewegen. Auch geeignete Schutzkleidung und weitere Hilfsmittel tragen dazu bei.

Bildquelle: pixabay.com
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